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Yale Linus im Test: Das Smart Lock vom Sicherheitsspezialisten

Einer der weltweit größten Hersteller von Sicherheitsprodukten und Smart-Lock-Spezialist August hatten beim Linus ihre Finger im Spiel. Reicht das, um das beste intelligente Türschloss zu produzieren? Der Test vom Yale Linus Smart Lock.

sehr gut

Manchmal ist es schwierig zu entscheiden, welche Produkte ich für diesen Blog testen soll. Es kommen ja laufend Produkte auf den Markt. Nur einen kleinen Bruchteil davon auszuprobieren, ist schon extrem aufwendig. Darum schaffen es nur wirklich spannende Produkte auf meinen Schreibtisch.

Beim Linus Smart Lock von Yale war die Entscheidung für einen Test schnell klar. Zwar nutze ich bereits das Nuki Smart Lock (zum Test) und ich bin mit ihm sehr zufrieden. Doch vor einigen Jahren hielt ich bereits Yale ENTR (ENTR auf der Yale-Webseite) in den Händen. Das Smart Lock machte damals bereits einiges besser als die Konkurrenz heute. Es gibt zum Beispiel einen Sensor, der erkennt, ob die Tür geöffnet ist, der Motor ist leise und es existiert die Möglichkeit, die Tür per Fingerprint zu öffnen. Verwundert war ich damals darüber nicht. Schließlich kommt das smarte Türschloss aus gutem Hause. Bei Yale handelt es sich um eine Marke von Assa Abloy, seines Zeichens einer der größten Anbieter von Sicherheitsprodukten weltweit.

Diese Qualitäten scheint auch Eve erkannt zu haben. Auf der IFA 2017 zeigte Eve (damals noch Elgato) ein smartes Türschloss, das die Deutschen in Kooperation mit Yale auf den Markt bringen wollten und optisch stark an ENTR erinnerte. Leider wurde daraus nichts.

Und das waren noch nicht alle positive Vorzeichen. Assa Abloy kaufte in der Zwischenzeit  August Home. August gehört in den USA zu den Branchenführern bei Smart Locks. Diese Kompetenz konnte also auch in die Entwicklung des Yale Linus einfließen.

Yale Linus Test: Zubehör
Zusätzlich zum Smart Lock erhält das Paket eine Klebefolie zum Fixieren des Schlosses, einen Imbusschlüssel sowie einen Magneten.

Kein neues Schloss nötig

Nun aber zu Linus selbst. Mit einem Preis von rund 250 Euro ist es nichts besonders günstig für ein Smart Lock. Doch was schon beim Auspacken auffällt, ist die hochwertige Verarbeitung. Das Gehäuse ist größtenteils aus Metall und massiv. Das schafft Vertrauen.

Wie viele andere smarte Türschlösser lässt es sich auf dem vorhandenen Schließzylinder montieren. Dafür platziert man bei eingestecktem Schlüssel das Smart Lock auf der Tür. Von der Außenseite sieht die Tür also weiter ganz gewöhnlich aus. Welche Voraussetzungen die Tür genau erfüllen muss, damit ihr das Linus Smart Lock daran nutzen könnt, erfahrt ihr hier auf der Yale-Webseite. Es funktionieren beispielsweise Euro-Profilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion. Also die in Deutschland üblichen Schließzylinder, mit denen sich die Tür noch von außen aufsperren lässt, wenn der Schlüssel innen steckt.

Die Hintertür von unserem Haus, wo ich das Linus Smart Lock installieren will, besitzt inen Euro-Profilzylinder. Dennoch konnte ich das Linus Smart Lock daran nicht verwenden. Der Schaft meines Schlüssels ist zu breit, sodass er sich nicht im Linus drehen kann. Mit den meisten Schlüsseln sollte es jedoch zu diesem Problem nicht kommen. Im muss für den Test jedenfalls den als Zubehör erhältlich anpassbaren Schließzylinder einsetzen.

 

Schnelle und einfache Montage

Nachdem der Schließzylinder installiert ist, geht alles schnell. Die App Yale Access (Android/ iOS) installlieren, ein Konto anlegen und nach Anleitung der App das Türschloss installieren. Die Montage funktioniert ähnlich wie bei anderen smarten Türschlössern. Es gibt eine Montageplatte, die man normal auf dem Schließzylinder festschraubt. Ragt der Zylinder weniger als drei Millimeter aus der Tür, klebt man die Montageplatte über die mitgelieferte Klebefolie an der Tür fest. Danach steckt ihr den Schlüssel ins Schloss.

Yale Linus Test: Montageplatte befestigt
Ragt der Schließzylinder mehr als 3 mm aus der Tür, könnt ihr die Montageplatte am Schließzylinder festschrauben.

Das Linus Smart Lock besitzt an den Seiten zwei „Flügel“, wodurch sich das smarte Türschloss besonders einfach auf der Montageplatte befestigen lässt. Bei gespreizten Armen schiebt ihr das Smart Lock auf die Montageplatte, durch das Schließen der Arme fixiert ihr das Schloss.

Yale Linus Test: Flügel
Mit geöffneten „Flügeln“ setzt ihr das Smart Lock auf Schlüssel und Montageplatte.

Danach klebt ihr den DoorSense an den Türrahmen. Es handelt sich dabei um einen Magneten, wodurch das Smart Lock erkennt, ob die Tür offen oder geschlossen ist.

Yale Linus Test: Smart Lock fertig montiert
Der Magnet wird auf Höhe des Batteriefachs (hinter “ Yale“-Schriftzug) am Türrahmen montiert.

Das Smartphone verbindet sich per Bluetooth LE (Low Energy) mit dem Smart Lock, so wie es bei den meisten intelligenten Türschlössern der Fall ist. Um auch von unterwegs die Tür zu öffnen, ist die optional erhältlich Yale Connect Wi-Fi Bridge (ca. 80 Euro) nötig. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem Smart Lock und per WLAN (nur 2,4 GHz) mit dem Internet-Router. Da die Bluetooth-Reichweite begrenzt ist, solltet ihr die Bridge möglichst nah am Linus in einer Steckdose platzieren.

Yale Connect Wi-Fi Bridge
Die Yale Connect Wi-Fi Bridge verbindet das Linus Smart Lock mit dem Internet.

Yale Linus einfach einrichten

Zu der wirklich einfach gehaltenen Erstinstallation über die App gehört auch die Konfiguration des Schlosses. Dazu zählt beispielsweise, dass man dem Schloss zeigt, wie weit es drehen muss, damit die Tür gerade aufgeschlossen oder verriegelt wird. Das verringert die Fahrzeit und verlängert die Lebenszeit der Batterien. Eure Beteiligung ist auch gefragt, wenn ihr dem Schloss demonstriert, was eine angelehnte Tür bedeutet. Das verhindert später Verwechslungen mit einer geschlossenen Tür.

An Funktionen bringt das Linus Smart Lock die meisten Möglichkeiten mit, die man von anderen intelligenten Türschlössern kennt. Es gibt die Auto-Lock-Funktion, wodurch die Tür automatisch verriegelt wird, nachdem ihr die Tür geschlossen habt.  Über die die Auto-Unlock-Funktion wird die Tür wiederum automatisch aufgesperrt, wenn ihr nach Hause kommt und euch mit mit dem Smartphone der Haustür nähert.

Er könnt auch Smart Alerts festlegen. So werdet ihr beispielsweise benachrichtigt, wenn jemand die Tür aufsperrt. Oder ihr erhält eine Warnung, wenn die Tür nur angelehnt aber nicht zu ist.

Vorbildliche App

Wie bei den meisten smarten Türschlössern lassen sich auch Zutrittsberechtigungen zeitlich begrenzen. So gelangt eine Putzhilfe beispielsweise nur zu bestimmten Zeiten ins Haus.

Insgesamt macht es einem die App besonders einfach bei der Konfiguration und der Bedienung. Das wird auch darin deutlich, dass man auf einen Blick sieht, ob die Tür geschlossen und verriegelt ist. Und per Fingertipp beginnt das Türschloss ohne Verzögerung auf- oder zuzusperren. Dabei ist der Motor leiser als bei den meisten anderen intelligenten Türschlösser. Er ist hörbar, wenn man danebensteht, stört aber nicht, so wie ich es schon bei anderen Smart Locks erlebt habe.

Beim Auf- und Zusperren seid ihr nicht unbedingt aufs Smartphone angewiesen. Ihr könnt die Tür auch manuell über den Knauf innen auf- und zuschließen. Oder ihr verwendet das als Zubehör erhältliche Keypad, um die Tür per Keypad von außen zu öffnen. Weiteres Zubehör wie Fernbedienung oder Fingerprint-Sensor gibt es allerdings momentan noch nicht.

Ausgereiftes Türschloss

Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber bei smarten Produkten oft nicht der Fall: Dass man beim Produktstart bereits ein ausgereiftes Produkt erhält. Klar, es wird in der Zukunft wahrscheinlich noch Erweiterungen beim Funktionsumfang und dem Zubehör geben. Doch das, was es gibt, funktioniert.

Zu den bereits verfügbaren Möglichkeiten zählt die Integration in Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit. Wichtig dabei zu wissen: Die Kommunikation mit Apple HomeKit erfolgt direkt per Bluetooth. Ihr braucht also keine extra Bridge. Für die Integration in Alexa und Google ist die Bridge dagegen nötig.

Steckbrief
HerstellerYale
ProduktLinus Smart Lock + Connect Wi-Fi Bridge
Preis245 + 80 Euro
FunktechnologieBluetooth Low Energy
Funktionen
Auto-Unlock bzw. Geo-Fencingja
Auto-Verriegelung nach Zeit / Zeit einstellbar / Türkontaktja / ja / ja
Mehrbenutzer-Modusja
Aufsperren zeitlich begrenzbarja
Fernzugriffper Bridge
App: Android / iOSja / ja
Amazon Alexa / Apple HomeKit / Google Assistantja / ja / ja
Weitere Smart-Home-IntegrationIFTTT, Operto
SonstigesAirbnb

Weitere offizielle Integrationen in Smart-Home-Systeme gibt es belang nicht. Nach eigener Auskunft werde aber bereits daran gearbeitet.

Aus Neugier hab ich mal versucht das Linus Smart Lock in die Smart-Home-Software Home Assistant (zur Home-Assistant-Webseite) zu integrieren, mit der ich gerade rumspiele. Mir war aufgefallen, dass man bei der Verknüpfung mit Alexa auch auf eine Webseite von August gelangt. Und für August gibt es eine Home Assistant-Integration. Und siehe da, es funktioniert. Auch in IFTTT lässt sich das Linus Smart Lock über August einbinden. Und es könnte gut sein, dass sich das Smart Lock über August noch in weitere Smart-Home-Systeme integrieren lässt.

Bewertung im Detail

  • Bedienung
  • Einsteiger-Freundlichkeit
  • Ausstattung
  • Verarbeitung
  • Preis/Leistung
8.8 10 sehr gut

Yale Linus Test: Fazit

Das Linus Smart Lock macht fast alles richtig. Hervorragende Verarbeitung, angenehmes Motorengeräusch, einfache Bedienung und alle wichtigen Funktionen an Bord. Das dürfte Linus viele glückliche Käufer bescheren. Ausnahmen dürften diejenigen sein, die ein besonders kleines Türschloss suchen. Für die könnte tedee eine Option sein. Und wer das Türschloss in weitere Smart-Home-Systeme integrieren will, sollte sich Nuki genauer anschauen (hier mehr zum Vergleich mit Nuki).

Fotos: home pioneers

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