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Klimaanlage ins Smart-Home integrieren

Bei den heißen Temperaturen auch schon mal über eine Klimaanlage nachgedacht? Idealerweise lässt sie sich natürlich ins Smart-Home integrieren. Hier erfahrt ihr, wie es klappt.

© by De'Longhi

Deutschland schwitzt. Ich hier in Portugal zwar gerade nicht, dennoch sind wir gerade auf der Suche nach der richtigen Klimaanlage für unser Haus. Es wird auf jeden Fall ein Multisplit-System werden, mit einer Außeneinheit und mehreren Innenstationen.

Klar ist, dass ich die Klimaanlage ins Smart-Home integrieren will. Dabei geht es mir hauptsächlich darum, dass ich sie möglichst komfortabel bedienen kann und sie möglichst wenig Energie verbraucht. Um den Energieverbrauch zu minimieren, soll sie nur dann laufen, wenn wir sie wirklich brauchen.

 

De'Longhi Klimagerät PAC AN 112 Silent
Wer’s einfach haben will, kann auch zu einer mobilen Klimaanlagen wie der De’Longhi PAC AN 112 Silent (ca. 1.000 Euro) greifen. (Bild: delonghi.com)

Die Klimaanlage läuft nur wenn nötig

Das bedeutet: Wenn ich das Haus verlasse, möchte ich über meinen Alles-aus-Taster auch die Klimaanlage ausschalten, falls sie in einem Raum noch läuft. Und falls ich das vergessen, möchte ich per Smartphone daran erinnert werden (z. B. per GPS-Tracking).

Außerdem schwebt mir vor, dass ich die Fernbedienung, die bei vielen Klimaanlagen mitgeliefert wird, um ein Wandthermostat neben der Zimmertür ergänze. Darüber kann ich dann die Temperatur ändern oder den Modus wechseln.

Zusätzlich sollte sich die Klimaanlage automatisch ausschalten, wenn längere Zeit keiner im Raum ist. Das wäre beispielsweise über eine Präsenzsensor an der Decke möglich. Und ich möchte vermeiden, dass die Klimaanlage läuft, wenn ein Fenster offensteht. Das ginge zum Beispiel über Öffnungssensoren am Fenster.

Ein automatisches Einschalten habe ich bislang nicht geplant. Obwohl auch das nützlich sein könnte. Zum Beispiel im Schlafzimmer. So könnte die Klimaanlagen zu einer bestimmten Zeit automatisch starten, damit es zum Schlafengehen bereits angenehm kühlt ist.

So lässt sich eine Klimaanlage ins Smart-Home integrieren

Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, eine Klimaanlage zu vernetzen – egal ob es sich um eine mobile oder fest installierte Klimaanlage handelt.

  1. Möglichkeit: Die Klimaanlage ist ab Werk mit WiFi ausgestattet, sodass man sie per Smartphone steuern kann und sie sich in Smart-Home-Systeme integrieren lässt.
  2. Möglichkeit: Die Integration ins Smart-Home erfolgt über eine vernetzte „Fernbedienung“. Sie kommuniziert dann mit der Klimaanlage (meist per Infrarot) und stellt per WiFi die Verbindung zur App und dem Smart-Home her.
  3. Möglichkeit: Es gibt ein Gateway, das zwischen Klimaanlage und dem Smart-Home-System vermittelt.
  4. und rudimentärste Möglichkeit: Eine Schaltsteckdose oder ein Schaltaktor schaltet die Klimaaanlage ein und aus.

1. Vernetzte Klimaanlagen

Klimaanlagen mit WiFi erhält man mittlerweile von den meisten Herstellern. Zwar nicht in allen Modellen, aber es sind immer mehr Innenstationen mit WiFi ausgestattet. WiFi ist zunächst einmal dafür da, die Geräte per Smartphone einzurichten und zu steuern. Sie sind also mehr oder weniger ein Abbild der Fernbedienung. Im Alltag wird man die App wahrscheinlich weniger nutzen und mehr zur Fernbedienung greifen, weil sich so die Temperatur schneller ändern lässt. Doch das Anlegen von Timern geht normal per Smartphone deutlich einfacher.

Ein weiterer Vorteil einer App ist, dass ihr die Klimaanlage von unterwegs steuern könnt. Ihr seid also in der Lage, sie bereits von unterwegs einzuschalten, bevor ihr nach Hause kommt, damit ihr es bei Ankunft bereits angenehm kühl habt. Praktisch ist auch, unterwegs zu überprüfen, ob die Klimaanlage noch läuft. Im Idealfall besitzt die App auch eine Geo-Fencing-Funktion. Dann schaltet sich die Klimaanlage automatisch aus, wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben oder ihr werdet zumindest darin erinnert, sie auszuschalten.

Was ich auch als ein wichtiges Feature erachte und einige Klimaanlagen-Apps mitbringen: das Überwachen des Energieverbrauchs. So seht ihr schnell, wo ihr  Energie sparen könnt.

LG CONFORT CONNECT
Bei vernetzten Klimaanlagen von LG könnt ihr per App zum Beispiel die Temperatur regeln und zwischen An- und Abwesend-Modus wechseln. (Foto: lg.com)

Vernetzte Klimaanlagen mit Smart-Home-Systemen verbinden

Während Apps bei Klimaanlagen bereits relativ weit verbreitet sind, sieht es mit der Integration ins Smart-Home bislang eher mau aus. Das liegt natürlich auch an Deutschland und den Smart-Home-Systemen, die hierzulande verkauft werden. In Deutschland sind Klimaanlagen nun mal nicht so weit verbreitet. Das macht es für Smart-Home-Anbieter weniger interessant, eine Integration anzubieten. In anderen Ländern, wo es mehr Klimaanlagen gibt, dürfte das anders aussehen.

Positive Ausnahmen sind Samsung und Daikin. Bei Samsung lassen sich die Klimaanlagen in das hauseigene Smart-Home-System SmartThings integrieren (siehe Test). Außerdem könnt ihr sie mit dem Mediola AIO Creator Neo nutzen, wodurch ihr sie mit dem Mediola AIO Gateway V5 Plus und der eQ-3 CCU3 verwenden könnt. Vernetzte Klimaanlagen von Daikin lassen sich wiederum mit dem Fibaro Home Center 2 verbinden.

Zusätzlich sind die Klimaanlage von Samsung und Daikin mit IFTTT kompatibel. So könnt ihr sie in allen Smart-Home-Systeme einbinden, die IFTTT unterstützen. Das sind zum Beispiel Devolo Home Control, homee, und eQ-3 Homematic IP (über Conrad Connect). Darüber hinaus seid ihr in der Lage, die Klimaanlagen über die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant zu steuern, die sich ebenfalls langsam zu Smart-Home-Plattformen entwickeln.

Vernetzungsmöglichkeiten, wenn auch in geringeren Umfang, findet man ebenfalls bei anderen Klimaanlagen-Herstellern. Mitsubishi erlaubt es beispielsweise, seine vernetzten Anlagen mit IFTTT zu koppeln. Klimageräte von LG und Midea sind wiederum mit Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel. Und es gibt auch erste Klimaanlagen, die sich mit Apple HomeKit verstehen, zum Beispiel von Haier (siehe HomeKit-Zubehör auf der Apple-Webseite).

Ich hab eine kleine Tabelle erstellt, wo ihr sehen könnt, welche Klimaanlagen sich mit welchen Plattformen verstehen.

HerstellerDaikin Panasonic MitsubishiSharpSamsungLGHaierMideaComfeeDe'LonghiHisense
Appjajajajajajajaja-jaja
Conrad Connect-----------
IFTTTja-ja-ja------
Amazon Alexaja---jaja-ja---
Google Home/Assistantja-ja-jajajaja--ja
Apple HomeKit------ja--ja-

2. Smarte Fernbedienungen für Klimaanlagen

Für Klimaanlagen ohne WLAN braucht ihre eine Box, die als Vermittler zwischen Innenstation und Internet-Router dient. Häufig sind es Wandthermostate mit WiFi, worüber ihr die Klimaanlagen auch bedienen können. Diese Thermostate sind also eine Option, wenn ihr eine unvernetzte Klimaanlage besitzt oder euch eine solche zulegen wollt.

Grundsätzlich ist es immer besser ein Gerät direkt in ein Smart-Home-System zu integrieren. Denn bei Vermittlern gehen meist Informationen verloren. Aber manchmal ist es einfach nicht anders möglich oder eine vernetzte Klimaanlage ist unverhältnismäßig teurer.

WiFi-Wandthermostate mit Infrarot

Die meisten der Nachrüstlösungen nutzen Infrarot zur Kommunikation mit den Klimaanlagen. Sie machen sich den Umstand zunutze, dass sich die meisten über eine Infrarot-Fernbedienung regeln lassen. Sie ersetzen also die Fernbedienung bzw. ihr erhält ein zusätzliche Steuermöglichkeit.

Samsung Klimaanlage Windfree
Die meisten Klimaanlagen könnt ihr per Infrarot-Fernbedienung steuern: zum Beispiel die Innenstation von Samsung-Anlagen mit Wind-Free-Technologie. (Foto: samsung.com)

Infrarot hat allerdings zwei Nachteile. Zum einen muss eine Sichtfernbedienung zwischen Sender und Empfänger bestehen. Darum seid ihr bei der Platzierung des smarten Wandthermostat nicht völlig frei. Außerdem müsst ihr darauf achten, dass die Sonne nicht direkt auf das Wandthermostat strahlt. Die Sonne besitzt nun mal auch Infrarot-Strahlen und kann die Infrarot-Steuerbefehle stören.

Der andere Nachteil von Infrarot ist, dass die Kommunikation in aller Regel nur eine Richtung möglich ist. Das Wandthermostat kann einen zur Klimaanlageschicken, die Klimaanlage kann jedoch keine Antwort geben, ob sie das Signal auch empfangen hat. Sprich, es kann passieren, dass der Ausschalt-Befehl nicht ankommt und die Anlage weiterläuft. Die Klimaanlage ist außerdem nicht in der Lage, ihren Status mitzuteilen, zum Beispiel ob sie ein- oder ausgeschaltet ist.

Mit vielen Klimaanlagen kompatibel

Der Vorteil dieser Nachrüstlösungen ist jedoch, dass sie sich mit besonders vielen Produkten verstehen. Sie unterstützen nicht nur eine Vielzahl von Klimaanlagen, sondern lassen sich auch in viele Smart-Home-Systeme integrieren. Die Tado Smart AC Control v3 (ca. 95 Euro) könnt ihr mit den Vernetzungsplattformen IFTTT und Conrad Connect verbinden, genauso wie mit Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit. Sensibo (ca. 93 Euro) geht fast genauso weit wie Tado, versteht sich jedoch nicht mit Apple HomeKit.

tado° Smarte Klimaanlagen-Steuerung V3+
Die Klimaanlagensteuerung von tado lässt sich an der Wand befestigen. Für die Stromversorgung müsst ihr sie an eine Steckdose anschließen. (Foto: tado.com)

Lösungen wie Tado, Sensibo und AirPatrol Wifi (ca. 89 Euro) sind speziell auf die Steuerung von Klimaanlagen ausgelegt. Aus diesem Grund bringen die Apps Spezial-Funktionen mit, wie beispielsweise das Anlegen von Timern und Geo-Fencing. Ihr könnt jedoch auch nahezu jeden anderen Infrarot-Sender verwenden, der Steuerbefehle lernen kann. Zum Beispiel den Logitech Harmony Hub (ca. 94 Euro) oder  IRTrans (ab 99 Euro). Hier ist die die Einrichtung und die Bedienung jedoch weniger komfortabel.

Harmony Elite Black
Über die Universalfernbedienung Harmony Elite könnt ihr auch Klimaanlagen steuern. Die Verbindung zur App und dem Smart-Home stellt der Hub (links) her. (Foto: logitech.com)

Wer eine Klimaanlage mit einem kabelgebundenen Wandthermostat besitzt, für den ist auch das Nest Thermostat (ab 219 Euro) eine Option. Es wird anstatt des normalen Wandthermostats angeschlossen und übernimmt fortan die Steuerung der Klimaanlage.

Die Profi-Lösung

Vor allem für professionellen Installation sind auch die Produkte von Intesis interessant. Der Hersteller bietet unterschiedlichste Gateways zur Vernetzung von Klimaanlagen an. Es gibt zum Beispiel die IntesisBox IS-IR-WMP-1 (ca. 176 Euro), die per Infrarot zur Klimaanlage funkt uns sich per WiFi mit dem Router verbindet. Es existieren jedoch auch spezielle Gateways für die Klimaanlagen der verschiedenen Hersteller. Diese Gateways werden per Kabel mit der Klimaanlage verbunden und kommunizieren direkt mit der Elektronik. Sie erlauben dann auch eine bi-direktionale Kommunikation, sodass die Klimaanlage der App oder dem Smart-Home-System ihren Status mitteilen kann.

Und hier noch eine kleine Übersicht, welche Nachrüstlösungen mit welchen Plattformen kompatibel sind:

ProduktTado AC ControlSensiboAirPatrol WiFiNest ThermostatIntensisLogitech Harmony Hub
Preis ca. 95 Euro93 Euro89 Euroab 219 Euroabh. von Produkt74 Euro
Appjajajajajaja
Conrad Connectjaja---ja
IFTTTjajajajajaja
Amazon Alexajaja-jajaja
Google Home/Assistantjaja-jaja-
Apple HomeKitja-----

3. Gateways für Klimaanlagen

Intesis bietet auch eine Reihe an Gateways an, um Klimaanlagen direkt in Smart-Home-Systeme zu integrieren. Die Gateways werden dabei per Kabel mit den Klimaanlagen verbunden und stellen die Verbindung zum Smart-Home-System über Standards wie KNX, EnOcean, BACNet oder Modbus her. Auch hier ist die Kommunikation bidirektional, sodass die Informationen vom Smart-Home-System zur Klimaananlage und auch zurück fließen können.

Die Auswahl an Gateways für die verschiedenen Produkt-Marken ist bei KNX am größten. Hier finden sich Gateways für Daikin, Fujitsu, Haier, Hitachi, Hisense, LG, Midea, Mitsubishi, Panasonic, Samsung und Toshiba. Doch auch die Gateways für andere Standards unterstützen eine ganze Reihe an Herstellern.

IntesisBox PA-AC-ENO-1i
Die IntesisBox PA-AC-ENO-1i (ca. 211 Euro) verbindet Panasonic-Klimaanlagen der Etherea-Serie mit EnOcean-Smart-Home-Systemen. (Foto: intesisbox.com)

Einige Klimaanlagen-Hersteller haben auch selbst Gateways zur Integration ins Smart-Home im Angebot, zum Beispiel per KNX oder Modbus. Solche Gateways erhält man unter anderem von DaikinSamsung und Mitsubishi.

4. Letzter Ausweg: Schaltaktoren

Wenn sich eure Klimaanlagen über die anderen Methoden nicht in ein Smart-Home integrieren lässt, müsst ihr wahrscheinlich zum letzten Mittel greifen: zu einem Schaltaktor, der die Stromzufuhr zur Klimaanlage trennt und wieder herstellt. Das kann ein Schaltsteckdose sein, wenn eure Klimaanlage einer Stromstecker besitzt, wie es normal bei mobilen Klimaanlagen der Fall ist. Oder ihr nutzt einen Unterputz-Schaltaktor, den ihr zum Beispiel in eine Verteilerdose einbaut.

Fibaro Unterputzaktor
Über einen Unterputz-Aktor (hier von Fibaro) könnt ihr auch eine Klimaanlage ins Smart-Home integrieren.

Voraussetzung, damit es mit einem Schaltaktor klappt: Nachdem der Strom weg war, läuft die Klimaanalgen mit dem gleichen Programm wie vorher weiter. Bei alten Klimaanlagen, die Schalter und Drehregler am Gerät und keinen Infrarot-Empfänger besitzen, ist das oft der Fall. Seid ihr euch unsicher, könnt ihr es leicht ausprobieren, indem ihr den Strom aus- und wieder einschaltet und schaut, was die Klimaanlage macht.

Wollt ihr die Temperatur über das Smart-Home-System einstellen, braucht ihr zusätzlich ein Thermostat. Nur so weiß das Smart-Home-System, wann die eingestellte Zieltemperatur erreicht wurde. Mit Schaltaktor und Thermostat könnt ihr zum Beispiel einstellen: Wenn die Raumtemperatur über 25 Grad steigt, soll der Schaltaktor die Klimaanlage einschalten. Fällt sie unter 23 Grad soll sie wieder ausgehen. Das Gute daran: Solche Schaltaktoren und Raumthermostate erhält ihr für die meisten Smart-Home-Systeme.

Thermostat und Aktor bekommt ihr auch in einem, zum Beispiel bei der Schaltsteckdose AVM FRITZ!DECT 200 (ca. 40 Euro), die ihr an FRITZ!Box-Router anlernen könnt. Damit ist die AVM-Schaltsteckdose eine einfache Möglichkeit, ein mobiles Klimagerät zu vernetzen.

Das schwebt mir vor

Bei mir ist die eQ-3 CCU3 im Einsatz. Deshalb bietet es sich bei mir an, eine Samsung Klimaanlage mit integriertem WLAN zu installieren. Sie kann ich dann per Plug-In im Mediola AIO Creator Neo nutzen. Die Steuerung im Raum soll über das eQ-3 Wandthermostat erfolgen. Mal schauen, ob das alles so wie geplant funktioniert. Ich werde berichten.

eQ-3 Homematic IP Wandthermostat
Meine Klimaanlagen soll sich zukünftig über das eQ-3 Homematic IP Wandthermostat regeln lassen.

 

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