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Google im Smart-Home: Was ist schon heute möglich?

Der Sprachlautsprecher Google Home, Rauchmelder und Kameras von Nest und ein smarter Router. Google versucht sich zunehmend im Smart-Home zu positionieren. Doch wie sieht es mit dem Zusammenspiel der Google-Geräte aus?

© by Nest Labs

Seit geraumer Zeit sind in meiner Wohnung Produkte von Nest im Einsatz, einem Tochterunternehmen vom Google-Konzern Alphabet. Genauer gesagt sind es die Innen-* und Außenkamera*  sowie der Rauch- und Kohlenmonoxidmelder Nest Protect*. Das Nest Learning Thermostat bislang nicht. Zum einen weil es bislang noch nicht offiziell in Deutschland erhältlich ist. Vor allem aber, weil es bislang mit den meisten deutschen Heizungen nicht funktioniert, darunter die Gastherme in meiner Wohnung.

Besonders Nest Protect hat mich überzeugt, weshalb bei Home Pioneers in Kürze ein ausführlicher Bericht folgen wird. Beim Ausprobieren des Rauchmelders habe ich mich intensiv mit dessen Vernetzung beschäftigt. Dabei hat mich vor allem interessiert, welche Möglichkeiten es gibt, Nest-Geräte mit Google-Produkten zu verbinden und zu steuern.

Google Home – der Lautsprecher mit Sprachassistenten

Das wohl bekannteste Smart-Home-Produkt von Google selbst ist der Lautsprecher Home mit dem integrierten Sprachassistenten Google Assistant. Mit ihm lassen sich ähnlich wie mit Amazon Echo* Smart-Home-Produkte per Sprache steuern. Wie Amazon Echo nutzt Google Home dafür die Programmier-Schnittstelle von vernetzten Geräten. Eine besondere Vernetzung und Kommunikation zwischen Google Home und Nest-Produkten gibt es nicht, die spezielle Funktionen ermöglichen würde.

In den Genuss der Sprachsteuerung per Google Home kommt man in Deutschland noch nicht. Der Lautsprecher ist hierzulande bislang nicht erhältlich, es dürfte jedoch in Kürze soweit sein. Außerdem arbeitet Google Home (wie auch Amazon Alexa) derzeit nur mit dem Nest Learning Thermostat zusammen, das erst zur kommenden Heizsaison nach Deutschland kommen soll.

Bislang nicht in Deutschland erhältlich: der Sprachlautsprecher Google Home. In den USA aber schon. Dort kostet er 129 US-Dollar. (Foto: google.com)

Google Assistant – der Sprachassistent

Der Sprachassistent Google Assistant ist nicht nur auf Google Home beschränkt. Auch auf neueren Android-Smartphones läuft er. Die Sprachsteuerung von Smart-Home-Produkten ist damit jedoch bislang nicht möglich – zumindest auf Deutsch. Auf Englisch soll es aber auch schon heute in Deutschland funktionieren. Dafür stellt man die Sprache des Smartphones auf Englisch (genaue Anleitung siehe Google-Webseite).

Die Auswahl an steuerbaren und in Deutschland erhältlichen Smart-Home-Produkten ist jedoch sehr überschaubar. Hauptsächlich besteht die Auswahl im Lichtsystem  und Produkten von Belkin WeMo. Von Nest lässt sich auch über den Google Assistant auf dem Smartphone bislang nur das Learning Thermostat steuern.

Google Assistant: Home Control
Auf Englisch ist die Heimsteuerung (Home Control) per Google Assistant auf dem Smartphone bereits möglich. (Foto: homepioneers.de)

Google OnHub – der smarte Router

Für das vernetzte Zuhause bietet Google ebenfalls den WLAN-Router OnHub. In der Feature-Liste der erhältlichen OnHub-Modelle von Asus und TP-Link entdeckt man auf der OnHub-Webseite die Einträge Thread (coming soon) und Weave ready. Auch bei den Nest-Produkten Protect und dem Learning Thermostat stößt man auf die Vernetzungsstandards Thread und Weave. Google OnHub und Nest-Produkte besitzen also das Potential direkt miteinander zu kommunizieren. Aber funktioniert das schon heute? Ausprobieren konnte wir es nicht, denn die OnHub-Router gibt es in Deutschland nicht offiziell zu kaufen. Und es ist fraglich, ob sie es überhaupt einmal sein werden.

Google OnHub
Googles smarter Router OnHub von Asus (links) und TP-Link. Ob er nach Deutschland kommt, ist fraglich. (Foto: google.com)

Weave und Thread – die Vernetzungsstandards

Doch wenn man sich etwas mit den Standards Thread und Weave beschäftigt, wird schnell klar, dass es bislang nicht funktionieren dürfte. Bei Thread handelt es sich um einen offenen Funkstandard ähnlich wie WiFi, der im Frequenzbereich um 2,4 GHz funkt. Der Thread Group gehören neben Nest auch Hersteller wie LG, Qivicon, Microsoft, Bosch oder Philips an. Der Standard ist jedoch noch nicht komplett verabschiedet. Deshalb soll der Standard auch erst in Zukunft auf dem Router freigeschaltet werden, wie es auf der OnHub-Webseite heißt. Hardwareseitig besitzt der Router alle Voraussetzungen dafür. Eine Version von Thread benutzen Nest-Produkte bereits heute, um zueinander zu funken. Die Kompatibilität zum finalen Standard dürfte jedoch erst ein Software-Update bringen.

Wie bei WiFi legt der Thread-Standard nicht das Applikationsprotokoll fest – also die Sprache, in der die verschiedenen Produkte miteinander kommunizieren. Bei WiFi kann das Applikationsprotokoll für Musik-Streaming zum Beispiel DLNA oder Apple Airplay sein.

Nest Weave und Thread Diagramm
Der Thread-Standard legt das Protokoll für den Daten-Transport fest, Weave kümmert sich als Applikations-Protokoll um die Kommunikation zwischen den einzelnen Produkten. (Bild: www.silabs.com)

Bei Thread kann das Applikationsprotokoll Weave sein. Verwirrend ist, dass es derzeit noch zwei verschiedenen Varianten von Weave gibt: Google Weave, für das der OnHub-Router vorbereitet ist, und Nest Weave, das Nest Protect und das Learning Thermostat nutzen. Google und Nest wollen die beiden Weave-Versionen jedoch vereinheitlichen.

Die Nest- und Google-Produkte sind derzeit also weder über Thread noch Weave zueinander kompatibel.

home pioneers meint: Google entwickelt fleißig an Technologien für das Smart-Home. Auf Android Things sind wir in diesem Artikel noch gar nicht eingegangen, Googles Betriebssystem für vernetzte Produkte im Internet of Things. Doch auch hier gibt es wenig Konkretes. Die Möglichkeiten, das Smart-Home über Google-Produkte zu steuern, sind darum noch recht eingeschränkt – vor allem hier in Deutschland. Nicht einmal mit Nest-Produkten vom selben Konzern funktioniert das bislang. Google sollte deshalb langsam in die Pötte kommen, will es den Anschluss an Apple (siehe Artikel Apple HomeKit nimmt Fahrt auf) und Amazon (siehe Test von Amazon Echo) nicht verlieren.

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