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„Die Zeiten, in denen wir Smart-Home-Gateways von der Funktechnik bis zur Applikation programmieren, sind demnächst vorbei.“

Bernd Grohmann, Vorstand der eQ-3 AG, im ausführlichen Interview. Er erklärt, warum seiner Ansicht nach WLAN die bessere Physik für Funk-Lampen ist, wie eQ-3 die Möglichkeiten von IPv6 ausschöpfen will und warum der Cloud die Zukunft gehört.

Bernd Grohmann ist niemand, von dem man diplomatische Antworten erwarten darf. Vielmehr fragt man sich beim Vorstand von eQ-3 des Öfteren, ob er das eben so wirklich gesagt hat. So auch in unserem Telefoninterview.

Grohmann ist ein Techniker durch und durch und ein wahrer Smart-Home-Experte mit über 15 Jahren Branchenerfahrung. Vor seiner Tätigkeit beim Smart-Home-Pionier eQ-3 war er an der Entwicklung der Funkstandards Z-Wave und Zigbee beteiligt (siehe auch „Zur Person“). Wenn man sich also mit jemand tiefgehend über Smart-Home unterhalten will, ist man bei ihm an der richtigen Adresse – was wir getan haben.

eQ-3 Homematic IP Access Point
Der Homematic IP Access Point stellt die Verbindung der Homematic IP-Geräte zur Cloud her. (Foto: eq-3.de)

Guten Tag, Herr Grohmann. Wie laufen die Geschäfte in Zeiten von Corona?

Ich glaube, wir erleben in dieser Industrie gerade eine Corona induzierte Beschleunigung und Verstärkung von Cocooning, die Smart-Home insgesamt antreibt. Die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause, was zu unserem ohnehin soliden Wachstum zusätzlich beiträgt. Insofern geht’s uns gut.

Mit Homematic IP Wired  haben Sie auch eine kabelgebundene Lösung für den Neubau im Programm. Was wird denn im Neubau mehr eingebaut – Ihre kabelgebundenen oder Ihre funkgebundenen Lösungen?

In Neubau wird inzwischen sehr viel Homematic IP Wired eingebaut, sehr oft in Kombination mit Funk. Das heißt, ich mache eine feste Verdrahtung von einem oder mehreren Verteilerschränken sternförmig zu den ganzen Deckenleuchten, Wandleuchten, schaltbaren Steckdosen, Rollläden – was ich eben haben will. Das kann ich sehr günstig abdecken.

Bei den Schaltern ist es wirklich geteilt. Wenn ich es günstig und sehr flexibel machen will, setze ich auf Funk-Wandtaster. Die platziere ich dort, wo ich sie hinhaben will, nachdem ich eingezogen bin. Oder ich nutze Telefon- bzw. Klingeldraht. Ich nehme das ankommende Signal von den entsprechenden Stellen und verwende Taster von Gira, Busch-Jaeger oder wem auch immer. Ich kann Einzel-Taster nehmen oder Serien-Taster oder auch Sechsfach-Taster. Oder ich verwende die BUS-Module von uns und ziehe den BUS einmal quer durchs Haus und habe den Vorteil, dass der Homematic IP Wired-BUS sogar noch fehlertolerant ist. Also wenn das Kabel an einer Stelle kaputtgeht, funktioniert der Rest dank der Ringtopologie weiterhin.

Es kommt in Kürze ein neues Feature, mit dem ich mehrere HAPs und DRAPs mischen kann

Ist es mittlerweile möglich, Homematic IP Wired mit dem Homematic IP Access Point zu verbinden?

Wired funktioniert heute mit der CCU (Smart-Home-Zentrale für Homematic und Homematic IP, Anm. der Red.). Ich kann aber Wired auch direkt mit der Cloud betreiben. Es kommt in Kürze ein neues Feature, mit dem ich auch mehrere HAPs (Homematic IP Access Points, Anm. der Verf.) und DRAPs (Homematic IP Wired Access Point, Anm. der Verf.) mischen kann, und das sowohl mit der Cloud als auch mit der CCU.

Das bedeutet im Detail: Ich kann eine Installation haben wie bisher, eine CCU mit Homematic IP-Funk und einen DRAP für den Homematic IP Wired-BUS. Ich kann dann aber auch eine Installation betreiben, mit einem HAP, einem DRAP und der Cloud. Oder ich verwende eine CCU, draußen im Gartenhaus noch einen HAP, um den Funk dahin zu verlängern, sowie einen DRAP im Verteilerkasten. Ich kann aber auch, wenn mein Haus sehr groß ist und ich den BUS nicht von Verteilerschrank zu Verteilerschrank ziehen will, in jedem Verteilerschrank einen DRAP installieren und ein LAN als Gebäude-Backbone nutzen. Sie können das entweder mit der CCU als Zentrale betreiben oder mit der Cloud.

Homematic IP Homematic IP Wired Access Point
Der Homematic IP Wired Access Point wird auf der Hutschiene (engl. DIN Rail) im Verteilerschrank installiert. Daher auch der Name „DRAP“ für „DIN Rail Access Point“. (Bild: eq-3.de)

Wird es eine Möglichkeit geben, die Vorteile der Cloud- und CCU-Lösung zu kombinieren? Es gibt ja die Vorteile der Cloud-Lösung mit dem Homematic IP Access Point: zum Beispiel, dass ich eine Smartphone-App habe oder dass es Konfigurationsassistenten gibt, um etwa unkompliziert ein Sicherheitssystem einzurichten. So etwas gibt es bei der CCU nicht. Eine Möglichkeit zur Kombination wäre, dass ich die Konfiguration über die Homematic IP-App vornehmen kann. Die dahinterstehenden Logiken, also die Wenn-Dann-Regel, werden jedoch nicht in der Cloud sondern auf der CCU gespeichert. So wäre man nicht so vom Internet abhängig.

Die Ausfallrate des Internets und von DSL-Anschlüssen ist heute doch real kaum ein Problem, ähnlich wie die Ausfallrate einer Fritzbox oder eines Speedport-Routers der Telekom. In den letzten 24 Monaten haben wir eine Verfügbarkeit der Homematic IP Cloud von 99,98 % gemessen. Darüber hinaus nutzt Homematic IP massiv direkte Verknüpfungen zwischen den Geräten. Auch bei Ausfall der Cloud, selbst bei Zerstörung des HAP im Haus, wird ein Einbruchsalarm immer noch ausgelöst. Mit unserer entsprechenden Lösung haben wir einen von insgesamt fünf Testsiegen bei der Stiftung Warentest eingefahren.

Wir bieten für Homematic IP die Cloud-Lösung mit den Smartphone Apps und die CCU3 alternativ an. Die Zielgruppen dafür und deren Anforderungen unterscheiden sich. Für die CCU3 gibt es sehr viele zusätzliche Lösungen, sowohl kommerziell von diversen Partnern und ebenso als Open Source aus der Community. Die CCU3 entspricht technisch auch der OCCU Software, die wir auf GitHub der Community kostenlos zur Verfügung stellen.

Zur Person: Bernd Grohmann ist seit 2008 Vorstand der eQ-3 AG. Zuvor hatte er verschiedene Positionen als Geschäftsleitung in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie als CTO innerhalb von High-Tech-Unternehmen in Deutschland und den USA inne. Vor seinem Wechsel zur ELV/eQ-3-Gruppe war Bernd Grohmann als Vice President Product Marketing beim dänischen Chiphersteller Zensys tätig und zeichnete sich dort auch für den Aufbau der Z-Wave Alliance verantwortlich.
Als Leiter des Communication Technology Center von Danfoss A/S übte Grohmann großen Einfluss auf die Kommunikationstechnologiestrategie des Konzerns aus. Zudem hatte er einen maßgeblichen Anteil an den Standardisierungsarbeiten innerhalb der IEEE802.15.4, engagierte sich als Working Group Chair in der Zigbee Alliance und war einer der Initiatoren von Aktivitäten zur funkbasierten Haus- und Gebäudeautomation auf der Basis von TCP/IP in der IETF (Internet Engineering Task Force).
Als Senior Manager bei Andersen Consulting leitete Grohmann Projekte zu Strategie, eCommerce, CRM und Billing für führende Telekommunikationsunternehmen. Grohmann war Gründer und Geschäftsführer der NetCS GmbH, die weltweit die ersten ISDN-Lösungen für TCP/IP-Vernetzung entwickelte, und dort später für den Verkauf des Unternehmens und die Post-Merger-Integration in die börsennotierte Isocor verantwortlich.

Aber auch die Homematic IP Cloud-Lösung ist als System offen. Es gibt in der Community bereits APIs (engl. für Application Programming Interface, dt. Programmierschnittstelle, Anm. d. Verf.) für die Cloud. Auch haben Partner, die bislang die CCU unterstützen, jetzt Lösungen für die Homematic IP Cloud vorgestellt. Neuestes Beispiel ist Mediola. Jetzt können Smartphone- und Tablet-Apps auch für die Cloud frei konfiguriert werden und es stehen rund 3.000 Geräte von 100 Herstellern für die Integration zur Verfügung.

Aber ich verstehe, was Sie meinen. Die Cloud Software auf der CCU wäre natürlich auch möglich. Aber das ist nicht, was wir jetzt beschleunigt anschieben. Es ist doch so: Wenn ich den Enthusiasten heute die CCU-Software wegnehme und auf der CCU die Java-Software aus der Cloud installiere, wer wäre darüber glücklich? Es gibt Zehntausende Anwender, die heute Software auf die CCU laden und selbst programmieren. Die wollen wir unterstützen. Die Anwender verwenden heute viele unterschiedliche Programmiersprachen. Die Leute sind es gewohnt, sie benutzen es, sie lieben es. Wir haben aber schon heute einen Teil der Java-Infrastruktur aus der Cloud in der CCU3. Die Anwender nutzen dennoch fast alle weiter die seit Jahren gewohnten Schnittstellen.

Partner-Lösungen für die Homematic IP Cloud?„Das ändert sich gerade sehr rasch.“

Mein größtes Problem an der Cloud-Lösung ist, dass ich kaum Drittanbieter einbinden kann.

Das ändert sich gerade sehr rasch. Mediola hat gerade in der vergangenen Woche seine Lösung für die Cloud vorgestellt. Cloud-to-Cloud-Connect setzt sich als Standard im Internet immer mehr durch. Es ist unendlich einfacher, Systeme über die Cloud zu verbinden, als alles lokal im Haus zu betreiben und zu vernetzen.

Was mir speziell fehlt, ist die Möglichkeit, ein Lichtsystem mit Farblampen zu integrieren. Und da geht es auch um die Reaktionszeiten. Ich weiß ja nicht, wie lange die Reaktionszeiten sind, wenn ich auf einen Taster von Homematic IP drücke und eine Lampe angehen soll, die über die Cloud verbunden ist. Da bin ich etwas skeptisch.

Da werden wir ganz andere Lösungen schaffen. Momentan ist es so, dass wir Reaktionszeiten haben, wie sie die ganze Welt mit Alexa hat. Ganz ehrlich: Ich finde das auch nicht immer richtig. Aber das ist, was die Kunden heute akzeptieren. Das wird sich ändern. Und die Kunden, die es stört, die nehmen heute unsere CCU und haben in Kombination mit Mediola über Philips Hue weit hinausgehende Möglichkeiten zur Integration.

Wenn wir die CCU nehmen: Was sind hier funktionsmäßig die nächsten Schritte? Was ich klasse finde, sind die Heizungsgruppen. Man fügt die Geräte hinzu, Heizkörperregler, Raumthermostat, Tür-Fensterkontakt usw., und die werden dann intelligent miteinander verknüpft. So was auch für ein Sicherheitssystem, das wäre doch klasse.

Wir sehen dafür eine leider nur geringe Nachfrage. Diejenigen Anwender, die die CCU nehmen, arbeiten anders als Kunden mit der Cloud-Lösung. Die meisten wollen viel tiefer in die Geräte und deren Konfiguration eingreifen. Die meisten wollen die direkten Verknüpfungen zwischen Geräten wirklich selbst kontrollieren.

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Klar, die Software gibt es schon lange. Aber man sieht ja auch, dass sich die Welt herum weiterentwickelt und andere Smart-Home-Systeme andere Funktionen bieten.

Homematic IP ist ein offenes System, mit dem wir viele sehr unterschiedliche Anforderungen unterschiedlicher Arten von Kunden erfüllen. Genau dies ist doch einer der Gründe für unseren Erfolg und warum wir Marktführer geworden sind. Wir haben ja gar keine Berührungsängste, dass der Kunde etwas anderes installiert. Wir unterstützen das sogar massiv. Im Gegensatz zu anderen Smart-Home-Herstellern monopolisieren wir weder die Software auf der CCU noch den Zugriff auf die Cloud. Wenn Ihnen die Funktionen von uns nicht reichen, nehmen Sie Mediola dazu. Wenn Sie kein kommerzielles Produkt, sondern Open Source wollen, bietet sich Node Red, Eclipse Smart Home oder CuXD an.

Wenn Sie eine alternative Zentrale bevorzugen mit ganz liebevollem Support, rufen Sie die Leute aus Lübeck von IP-Symcon an. Auch Mediola unterstützt nicht nur die CCU und die Homematic IP Cloud, sondern bietet daneben auch eigene Zentralen an. Wenn Sie in der Homematic IP-Community verwurzelt sind, dann werden Sie Easy SmartHome mit hoher Wahrscheinlichkeit schon kennengelernt haben. Wenn Sie eine Zentrale selbst bauen wollen, kaufen Sie sich von ELV das Charly-Set. Welche Smart-Home-Plattform ist heute offener und hat zugleich die Qualität für einen professionellen Einsatz?

Wo liegt eigentlich der Fokus der Software-Entwicklung bei eQ-3 – bei der CCU oder bei der Cloud-Lösung?

Grundsätzlich entwickeln wir Software nicht für die Cloud oder die CCU, sondern fast immer für die Cloud und die CCU. Die Frage ist eher, wie wir die Software in Produkten an den Kunden liefern.

Das größte Entwicklungsprojekt, das bei uns im Haus aktuell im Gange ist, haben wir noch nicht angekündigt. Ich kann Ihnen aber diskret andeuten, dass es etwas mit Routing zu tun hat und wir jetzt die Eigenschaften von IPv6 noch stärker als bisher nutzen. Bisher ist es so: Wenn Sie eine CCU mit einem DRAP verbunden haben, kann ein Funktaster schon heute mit IPv6 über das gleiche Applikationsprotokoll direkt mit dem Wired-Aktor in der Hutschiene reden. Aber das ist nur eine ganz enge Konfiguration mit einem einzigen DRAP.

Hier kommt ein großes Software-Release für die CCU und für die Cloud, die das universell macht. Das ist in der gesamten Smart-Home-Industrie einzigartig – ein komplett selbstkonfigurierendes Netz. Das ist für die Haus- und Gebäudeautomation, was Voice-over-IP im Vergleich zu ISDN bei Telekommunikationsanlagen war. Auch bei Windows, einem Smart TV oder einem Drucker im Haus ist es doch egal, wie viele Ethernet-Switches und WLAN Access Points es gibt. Wir haben ja IPv6 nicht als Marketing-Gag eingeführt, sondern weil es Applikationen und deren Konfiguration von der Netzwerktechnik unabhängig macht.

Die Zeit der Smart Home-Gateways, mit denen drei „Standards“ von der Funktechnik bis zum Applikationsprotokoll ineinander umgewandelt werden, um dann festzustellen, dass sich auch damit Fensterkontakte von drei Herstellern nicht transparent integrieren lassen, neigt sich dem Ende zu. Auch in der Haus- und Gebäudeautomation findet eine Transformation zu IPv6 statt. Wie auch in fast allen anderen Bereichen der Tele- und Datenkommunkation.

Das Stärkste an dieser Neuheit ist, dass der Anwender damit gar nichts zu tun hat, nichts konfigurieren muss und die Lösung einfach nur funktioniert.

 

Würde Philips heute nochmals Zigbee einsetzen?

Noch einmal zurück zu den Farblampen. Warum bieten Sie eigentlich nicht einfach selbst eine Farb-Lampe mit integriertem Homematic IP-Chip an?

Warten Sie doch erst mal ab. Und wer sagt denn, dass Zigbee, oder welche Variante auf Basis von IEEE802.15 Philips einsetzt, wirklich auf Dauer die richtige Wahl ist? Ein Gedankenexperiment: Würde Philips heute nochmals Zigbee einsetzen? Warum hat Philips neben Zigbee auch Bluetooth in neue Hue-Produkte eingebaut? Weil Hue auch ohne Gateway direkt mit einem Smartphone nutzbar sein soll. Warum wurde dann aber nicht von Anfang an Bluetooth verwendet? Hatte nicht auch Apple Bluetooth Mesh als Lösung mit Homekit versprochen – ohne IPv6 zu erwähnen? Was ist daraus geworden? Wäre heute nicht WLAN die weitaus bessere Wahl?

Es braucht ein bisschen mehr Energie als andere Funkstandards.

Klar. Batteriegeräte mit WLAN sind prinzipiell möglich. Das macht aber nicht wirklich Sinn. Bei Leuchten und Leuchtmitteln stehen aber 230 V zur Verfügung. Die Masse der Zigbee-Geräte mit Netzversorgung braucht zwischen 0,4 und 0,7 Watt. Homematic IP liegt zumeist bei 0,1 bis 0,2 Watt. Dafür kann ich auch WLAN betreiben.

Grundsätzlich braucht man auf Dauer doch vier Medien. Ethernet für die Gebäudeautomation an alle Stellen zu verlegen, macht wenig Sinn. Es ist einfach zu schlecht zu installieren und viel zu teuer. Das liegt an den Kabeln, die für die Höchstgeschwindigkeit nötig sind. Also brauche ich ein BUS-Kabel und ein Ethernet-Kabel. Und dann brauch ich noch WLAN für Hochgeschwindigkeit. Und dann hätte ich gerne noch einen Funk-BUS für die Batteriegeräte, da nehme ich Homematic IP. Außerdem benutze ich Ethernet als Backbone für Homematic IP und ich habe alle Geräte auf dem Homematic IP-Applikationsprotokoll. Das ist doch ein gutes Szenario, von der Richtung her sind wir doch perfekt unterwegs. Und IPv6 ist die gemeinsame Sprache, vom Kommunikationsmedium unabhängig.

eQ-3 CCU3
Die Smart-Home-Zentrale CCU3 ist für all diejenigen die richtige Lösung, die tiefer in die HomeMatic- und Homematic IP-Welt eintauchen wollen. (Bild: eq-3.de)

Und dann WLAN für die Mobilgeräte und für die Lampen.

Genau.

Warum machen wir es heute nicht? Weil die Sicherheit von IPv6 im Heimnetz löchrig ist, um es mal freundlich auszudrücken. Aber auch hierfür kann Homematic IP Lösungen bieten, die in den Kosten mit WLAN sogar günstiger sind als Zigbee. Ich könnte auch einen Homematic IP Client, der IPv6 mit den Geräten spricht, direkt im Smartphone haben, das ist gar kein Problem. Dazwischen ist doch eh nur ein Router. Genauso wie ich meinen ans Ethernet angeschlossenen Drucker auch mit dem Smartphone über IP nutze.

Unsere Vision und unser Weg sind ganz simpel: Die Zeiten, in denen wir Smart Home Gateways von der Funktechnik bis zur Applikation programmieren, sind demnächst vorbei.

Wir haben IPv6 in Homematic IP doch nicht vor fünf Jahren auf den Markt gebracht, weil wir damit nur 868 MHz-Funk machen wollen. Sondern weil insgesamt das Zeitalter endet, in dem ich für meine Haus- und Gebäudeautomation, für mein IoT, für jede Applikation jedes Mal eine Physik selber mitbringen und mühevoll zusammenfügen muss. Genauso wie das Zeitalter, in dem Telefonanlagen an die Wand geschraubt wurden, zu Ende ist. Früher habe ich die Telefonanlage in der Kammer an der Wand platziert, dann eine DECT-Zentrale danebengehängt und DECT-Antennen quer über das Gebäude verteilt. Und im Mobiltelefon hatte ich noch eine weitere, komplett andere, verbindungsorientierte Technik, mit der ich das Internet nicht vernünftig nutzen konnte. Im Vergleich zu VoIP ist das ist doch schon ziemlicher Wahnsinn gewesen. Das ist aber heute noch immer Stand der Technik in der Gebäudeautomation.

Ich glaube auch ganz fest daran, dass die Welt eine Kombination von Herstellern ist und nicht eine Kombination von Gateways.

Vielen Dank für das Gespräch!

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  1. Gutes Interview. Danke.
    Die Zukunft wird spannend …und kurzfristig stimmt es mich froh, dass das LAN-Gateway kommt 😉

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