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Smarte Gartenbewässerung Teil 1: Bestandsaufnahme – Rasen und Wasserversorgung

Unser Garten soll eine smarte Bewässerungssteuerung erhalten. Doch welche Art von Lösung soll es sein? Und noch wichtiger: Haben wir überhaupt genügend Wasser?

Ich fühle mich in die Zeit zurückversetzt, als ich mich zum ersten Mal mit Smart-Home beschäftigte. So viele Informationen, so viele Hersteller und keine Ahnung, wie das alles zusammenpassen soll. Mein Plan ist es, eine automatische Bewässerung für meinen Garten zu installieren und ich bin etwas ratlos.

Schön früher hatte ich einige Male darüber nachgedacht, wie eine solche Bewässerung ungefähr aussehen könnte. Aber jetzt ist es akut. Ich habe einen Baggerfahrer beauftragt, zwei tote Baumstämme aus unserem Garten zu entfernen. Und wenn der Bagger schon mal da ist, dann könnte er doch gleich die Löcher für die Bewässerung ausheben.

Es muss also jetzt schnell gehen. Der erste Schritt ist schon mal getan. Ich habe das Internet durchforsten, Bücher bestellt und mit Experten telefoniert. Jetzt geht es daran, all die Informationen erst einmal zu sortieren, wobei ich euch mitnehmen will.

Ober- oder unterirdische Gartenbewässerung?

Am Anfang steht erst einmal die Frage, ob die Gartenbewässerung ober- oder unterirdisch verlegt werden soll. Die Vor- und Nachteile der beiden Optionen sind offensichtlich. Für eine oberirdische Lösung spricht die einfache Installation. Man verbindet die einzelnen Regner über gewöhnliche Gartenschläuche miteinander, ohne dass man den Garten umgraben muss. Dafür liegen Schläuche im Garten herum und die Regner stören. Wer Glück hat, kann die Schläuche in Beeten, Hecken um und den Rasen herum verstecken, und dort gleich die Regner platzieren. So läuft ihr nicht Gefahr, dass ihr stolpert.

Häufig sieht es jedoch anders aus. Dann heißt es, Regnern und Schläuchen vom Garten entfernen, wenn man ihn stressfrei nutzen will. Und danach wieder aufstellen, damit die Bewässerung weiterlaufen kann.

Oberirdische Regner
Oberirdische Rechteckregner, wie sie beispielsweise Kärcher anbietet, lassen sich schnell aufbauen und wieder wegräumen. (Foto: kaercher.com)

Versteckte Schläuche und Regner

Bei einer sogenannten Unterflur-Bewässerung befinden sich die Rohre im Erdreich und die Regner fahren erst aus dem Boden, wenn das Wasser fließt. Eine solche Bewässerung mit Versenkregnern bedeutet zwar wegen des Umgrabarbeiten anfangs einen deutlich größeren Aufwand. Dafür kann man danach die Füße hochlegen.

Ob ober- oder unterirdisch hängt also viel davon ab, welchen Aufwand man betreiben will. Und auch davon, welchen Anspruch man an den eigenen Garten hat. Soll es der perfekte englische Rasen werden, auf dem man im Notfall auch Golf spielen kann? Oder geht es hauptsächlich darum, dass der Rasen im Sommer nicht komplett austrocknet und die eine oder andere braune Stelle  egal ist?

Bei mir ist letzteres der Fall. Unser Haus steht in Portugal und ohne Bewässerung wird unser Rasen im Sommer zur Wüste. Außerdem beabsichtige ich unsere Gemüsebeete zu bewässern, in dem Erdbeeren, Salat, Gurken, Kräuter und Kartoffeln wachsen sollen.

Versenkregner
Versenkregner bleiben so lange versteckt, bis sie zum Gießen aus der Erde fahren. (Foto: dvs-beregnung.de)

Skizze vom Garten erstellen

Nach dieser grundsätzlichen Überlegungen kann es daran gehen, den eigenen Garten und die Bewässerungsvoraussetzungen zu analysieren. Das beginnt damit, eine Skizze vom eignen Garten zu erstellen. Dafür kann man Zettel und Stift verwenden. Es bietet sich jedoch an, die Skizze digital zu erstellen. Später wird man darin Regner und Rohre bzw. Schläuche einzeichnen, wobei meist mehrmaliges Korrigieren nötig ist. Und das geht am Computer oder Tablet deutlich einfacher. Als Alternative kann man die gezeichnete Skizze auch kopieren, sodass man mehrere Vorlagen besitzt, in denen man die Bewässerungsplanung vornehmen kann.

Für die digitale Gartenskizze könnt ihr  Computerprogramm wie Adobe Photoshop oder InDesign verwenden. Ich habe Photoshop verwendet. Gardena und DVS Beregnung bieten aber auch spezielle Planungstools für die Bewässerung an, womit ihr gute Skizze des eigenen Gartens erstellen könnt.

Hier geht’s zu den Planern:

Beide Planer haben ihre Vorteile. Bei Gardena besitzt ihr verschiedene Elemente, die ihr im Garten platzieren könnt: zum Beispiel Beete, Bäume, Kies oder Gartenhaus. So erhält man einen ziemlich realitätsnahen Plan. Diese große Auswahl an Elemente habt ihr beim Planer von “DVS Beregnung” nicht. Hier lädt ihr eure Skizzen vom Garten hoch. Anhand dessen könnt ihr die verschiedene Bereiche eures Gartens einzeichnen. Der Planer von DVS Beregnung punktet aber durch mehr Möglichkeiten bei der späteren Planung der Bewässerung. Doch wer nur eine schnelle Skizze vom Garten erstellen will, gelangt mit dem Gardena-Planer schneller ans Ziel.

Gardena Gartenplaner
Mit dem Gardena Gartenplaner lassen sich detailgetreue Skizzen vom eigenen Garten erstellen.

Wasserdruck und Fördermenge prüfen

Ein wichtiger Punkt bei der Planung der Gartenbewässerung ist auch die Analyse der Wasserquelle. Wollt ihr Leistungswasser verwenden oder Wasser von einer Zisterne oder einem Brunnen? Im zweiten Fall braucht ihr eine Pumpe.

In beiden Fällen solltet ihr den Durchflussmenge und den Druck überprüfen. Dabei lassen sich beide Werte nicht unabhängig voneinander betrachten. Das wird beispielsweise bei einem Gartenspritze mit regelbarem Strahl deutlich. Dreht man die Spritze nur etwas auf, kommt wenig Wasser mit hohem Druck heraus . Dreht man die Spritze weiter auf, nimmt der Druck ab, aber die Wassermenge nimmt zu.

Dieser Zusammenhang zwischen Druck und Durchflussmenge wird zum Beispiel in der Kennlinie einer Wasserpumpe deutlich.

Kennlinie Pumpe
Dieses Diagramm aus der Bedienungsanleitung der Pumpe “Gardena Haus- & Gartenautomat 6000/6 LCD inox” zeigt, wie Wasserdruck (bar) und Fördermenge (l/h) zusammenhängen. Quelle: Gardena

Genügend Wasser für smarte Bewässerung?

Um einfach abzuschätzen, ob die eigene Wasserquelle genügend Druck und Menge liefert, könnt ihr einen Eimertest durchführen. Ihr füllt einen 10-Liter-Eimer und messt, wie lange es dauert. Wenn ihr Leitungswasser verwendet, müsst ihr darauf achten, dass im Haus kein anderer Wasserhahn aufgedreht ist oder ein Gerät wie die Spülmaschine läuft.

Dauert das Befüllen weniger als 30 Sekunden, erfüllt die Wasserquelle in aller Regel die Voraussetzung zur Gartenbewässerung. Gelangt man jedoch nah an die 30 Sekunden, muss man bei der Planung besonders aufpassen. Kommt man auf einen Wert von 20 Sekunden oder darunter, bestehen dagegen ideale Voraussetzungen. Diese Richtwerte habe ich von Gardena bekommen.

In meinem Fall ist also alles in Ordnung: An der Wasserleitung dauert es 19 Sekunden, einen 10-Liter-Eimer zu füllen. An meiner Brunnenpumpe waren es sogar nur 9 Sekunden.

Wer seine Bewässerung genauer planen will, sollte jedoch in ein Manometer investieren, mit dem sich der Druck am Wasserhahn ermitteln lässt. Glücklicherweise kosten sie nicht die Welt und sind bereits für 15 Euro erhältlich. Damit könnt er beispielsweise später sehen, ob der Druck ausreicht, der an einem Regner ankommt. Doch dazu später mehr.

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