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DIY-Serie: Anforderungen ans Smart-Home – Wunsch und Wirklichkeit

Wie das richtige Smart-Home-System finden? Am besten beginnt man einfach mal damit, alle seine Wünsche zu sammeln. Das schränkt die Auswahl an Systemen schon deutlich ein.

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Im ersten Teil der Serie ging es um die Schwierigkeiten, die auftauchen können, wenn man ein fast 60 Jahre altes Haus in ein Smart-Home verwandeln will. Nun soll es darum gehen, welche Anforderungen ich an mein zukünftiges Smart-Home stelle.

Wer dabei systematisch vorgehen will, dem kann ich nur den Fragebogen vom IGT (Institut für Gebäude-Technologie) empfehlen. Hier geht ihr alle Hausbereiche nacheinander durch und entscheidet, was ihr in euerem Haus haben wollt. Auch ich hab den Fragebogen für mein Smart-Home ausgefüllt. Ich möchte jedoch hier nur eine Zusammenfassung geben, welche Geräte ich ins Smart-Home integrieren will und welche Funktionen ich mir wünsche.

IGT Fragebogen
Was wollt ihr in euerem Smart-Home? Der Fragebogen vom IGT führt euch durch die verschiedenen Bereich im Haus. (Foto: igt-institut.de)

Klimaanlage statt Heizung

Wie ich im ersten Teil der Serie schon beschrieb, soll es bei mir keine Zentralheizung geben sondern eine Multisplit-Klimaanlage mit einem Außengerät und mehreren Innenstationen. Der Hauptgrund für diese Entscheidung: Ein Haus in Portugal muss nun mal anders geheizt werden als ein Haus in Deutschland. Vor allem kann eine Klimaanlage auch kühlen.

Diese Klimaanlage heizt im Gegensatz zu Zentralheizungen kein Brauchwasser auf. Deshalb ist hier eine extra Lösung gefragt. Als Möglichkeiten stehen folgende in der engeren Auswahl:

  • Ein Gas-Durchlauferhitzer. Da es in dem Dorf keinen Gasanschluss gibt, wären dafür Gasflaschen nötig. Gasflaschen haben für mich zwei Nachteile: Gas ist grundsätzlich gefährlich und kann zu Explosionen führen. Zum anderen gehen Gasflaschen gerne dann zur Neige, wenn man es am wenigsten braucht, zum Beispiel beim Duschen.
  • Die andere Option ist ein Wasserboiler, der mit Strom Wasser aufheizt und in einem Puffer speichert. Hier gibt es wiederum zwei Varianten: Die günstige Möglichkeit ist ein Boiler, der mit einem Heizstab oder einer -spirale arbeitet und relativ viel Strom verbraucht. Die andere Option ist auf einen Wasserboiler zu setzen, der durch Wärmepumpen-Technik weniger Strom braucht.

Betrachtet man die Anschaffungskosten, muss man für einen Gas-Durchlauferhitzer mindestens 250 Euro ausgeben, Wasserboiler bekommt man ab 150 Euro und für Wasserboiler mit Wärmepumpen-Technik muss man auf jeden Fall mit mehr als 1.000 Euro rechnen.

Wir haben am Ende einen Wasserboiler mit Heizstab gewählt. Gegen den Gas-Durchlauferhitzer haben wir uns hauptsächlich entschieden, weil wir komplett auf fossile Energieträger verzichten wollen. Außerdem lassen sich Elektro-Geräte leichter ins Smart-Home integrieren. Der Wasserboiler mit Wärmepumpen-Technik schied aus wegen der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Wir wollen in Kürze eine Solaranlage zur Wassererwärmung auf dem Dach installieren. Aufgrund der vielen Sonnenstunden in Portugal müssen wir dann nur noch wenig Wasser mit Strom heizen und dafür wäre die Wärmepumpe überdimensioniert.

Elektrische Warmwasserbereiter
Elektrischer Warmwasserbereiter gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Hier ist nur eine kleine Auswahl von Bosch zu sehen. (Foto: bosch-thermotechnology.com)

Günstigen Nachtstrom nutzen

Die Stromkosten werden sich auch ohne Solaranlage und Wärmepumpe im Rahmen halten. Der Wasserboiler soll nur nachts im günstigen Nachttarif heizen. Der Preis pro kWh liegt dann bei 16,21 Euro. Das Wasser mit Gas aus Flaschen zu erwärmen, wäre im Vergleich dazu sogar teurer.

Das Smart-Home muss also nicht nur die Klimaanlage steuern können, sondern auch den Wasserboiler, sodass er nur im günstigen Nachttarif Wasser aufheizt. Außerdem soll das Smart-Home den Wasserboiler ausschalten, wenn wir im Urlaub sind. Um den günstigen Nachtstrom optimal zu nutzen, sollten sich auch die Waschmaschine und die Spülmaschine erst nachts einschalten.

Für die Zukunft ist auch eine Photovoltaik-Anlage geplant. Die bereits vernetzten Verbraucher mit Wasserboiler, Waschmaschine und Geschirrspüler sollten dann über das Smart-Home-System starten, wenn genügend Sonnenstrom zur Verfügung steht. Geplant ist auch, dass die  Photovoltaik-Anlage in Zukunft ein Elektro-Auto mit Strom versorgt. Die Ladestation muss sich deshalb auch mit der Photovoltaik-Anlage und anderen Verbrauchern im Haus abstimmen können.

Intelligente Beleuchtung für mehr Komfort und Sicherheit

Die Beleuchtung soll weniger aus Energiegründen sondern vor allem aus Komfort- und Sicherheitsaspekten Teil des Smart-Homes werden. In den Fluren soll sich das Licht über Bewegungsmelder automatisch einschalten und nach einer bestimmten Zeit wieder ausgehen. Auch im Außenbereich soll es Bewegungsmelder geben, die das Licht einschalten, um Einbrecher zu verschrecken.

Mehr Sicherheit bringt auch, dass die Beleuchtung Anwesenheit vortäuscht, wenn keiner zu Hause ist. Zusätzlich sollen sich bei Feuer oder einem Einbruch automatisch alle Lichter im Haus einschalten.

In Räumen wie dem Wohnzimmern ist außerdem geplant, dass Farblampen für angenehme Atmosphäre sorgen. Dabei sollen sich die Lichtstimmungen außer per Smartphone auch per Sprache und Tastern aufrufen lassen.

Grundsätzlich ist mir beim Smart-Home wichtig, dass es jeder ohne große Einführung bedienen kann. Deshalb gibt es auch weiterhin Schalter bzw. Taster für das Licht.

Anforderungen ans Smart-Home: Taster
Smartphone ist nicht alles: Mein Smart-Home soll sich weiterhin über Schalter bzw. Taster (hier für eNet von Jung) bedienen lassen. (Foto: jung.de)

Rollos und Lampen helfen zusammen

Genauso wie die Beleuchtung sollen sich die elektrischen Rollos außer per Smartphone und Sprache auch per Wandtaster bedienen lassen. Das manuelle Bedienen wird bei den Rollos jedoch kaum nötig sein. Die Rollos sollen bei Sonnenaufgang automatisch in ihre Behausung fahren und bei Sonnenuntergang wieder herauskommen. Genauso ist geplant, dass die Rollos bei starker Sonne automatisch nach unten fahren, damit sich die Räume nicht unnötig aufheizen.

Wie die Beleuchtung sind auch die Rollos Teil des Sicherheitssystems. Wenn die Bewegungsmelder bei Abwesenheit eine Bewegung im Außenbereich erkennen, geht nicht nur das Licht außen an, es fahren auch die Rollos nach unten, um das Einbrechen zu erschweren. Gemeinsam mit der Beleuchtung haben die elektrischen Rollos außerdem die Aufgabe Anwesenheit vorzutäuschen.

Um zusätzliche Sicherheit kümmern sich Öffnungssensoren. Sie überwachen die Haustür und sicherheitskritische Fenster. Das sind vor allem Fenster im Erdgeschoss und die Fenster im ersten Stock, die relativ leicht zu erreichen sind, zum Beispiel über einen Balkon.

eQ-3 Homematic IP Fensterkontakt verdeckt
Welcher Tür-Fensterkontakt soll es sein? Dieser von eQ-3 (ca. 40 Euro) lässt sich beispielsweise verdeckt im Fensterrahmen einbauen. (Foto: eq-3.de)

Funktioniert auch ohne Strom und Internet

Die Bewegungssensoren, die das Licht in den Fluren automatisch anschalten, sollen bei Abwesenheit außerdem einen Alarm auslösen. Um den Einbrecher zu vertreiben, beginnt in diesem Fall die Sirene zu heulen, das Licht im ganzen Haus zu blinken und die Rollläden fahren nach oben, um den Einbrecher zu enttarnen. Gleichzeitig erhalten die Bewohner eine Nachricht auf Ihr Smartphone. Am besten per SMS, damit die Alarmmeldung auch ankommt, wenn man gerade kein Internet hat. Wichtig ist mir dabei, dass der Alarm auch funktioniert, wenn der Einbrecher den Strom und das Internet kappt. Leider sind in unserem Fall beide Kabel oberirdisch verlegt.

Um im Innenraum keine zusätzlichen Sirenen installieren zu müssen, wäre es praktisch, wenn sich die Rauchmelder auch als Sirene nutzen lassen. Rauchmelder sind ohnehin eingeplant.

Unterwegs immer zu Hause

Damit ich Alarmfall auch sehen kann, was zu Hause los ist, stehen Überwachungskameras auf der Wunschliste. Außerdem geben Sie mir ein beruhigendes Gefühl, wenn ich unterwegs einfach mal einen Blick auf mein Haus werfen kann. Zusätzlich soll mir das Smartphone zeigen, ob alle Fenster und Türen geschlossen sind. Und wenn es ein Problem mit dem Smart-Home-System gibt, möchte über mein Smartphone sofort informiert werden.

Auch beim Sicherheitssystem gilt: Es soll auch ohne Smartphone funktionieren. Ideal wäre deshalb eine Fernbedienung für den Schlüsselbund oder eine Tastatur beim Eingang, um das Sicherheitssystem zu aktivieren oder deaktivieren.

devolo Home Control Fernbedienung
Alarmananlage scharfschalten: zum Beispiel über eine Schlüsselfernbedienung wie dieses Exemplar von devolo.

Wandtaster starten die Musik

Was nicht unbedingt sein muss, aber praktisch wäre: Mein Multiroom-Musik-System lässt sich ins  Smart-Home integrieren. So könnte die Musik beispielsweise starten, wenn ich auf einen Taster an der Wand drücke oder der Bewegungsmelder eine Person erkennt. Noch besser: Auch der Fernseher ist Teil des Smart-Homes. So könnte ich über einen Knopfdruck oder einen Sprachbefehl eine TV-Szene wie diese starten: Der Fernseher schaltet sich ein, die Musikanlagen wechselt auf den richtigen Eingang für den TV-Ton, die Rollos fahren nach unten und das Licht dimmt sich.

Mehr Wünsche an mein Smart-Home hab ich momentan nicht, aber es kommen in Zukunft sicher noch welche dazu.

Im nächsten Teil der Serie soll es darum gehen, wie sich meine Wünsche umsetzen lassen und vor allem mit welchen Systemen.

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